Am Standort Dissen konnten mit dem Projekt "Dissen aktiv" und weiter mit dem laufenden Projekt "In aller Vielfalt" insbesondere Senior*innen und Familien mit Kindern (überwiegend bis zum Ende des Grundschulalters) angesprochen werden. Ein Schwerpunkt liegt darauf, auch bislang weniger aktive Bürger*innen, u.a. mit Migrationserfahrung, zu erreichen. Diese Arbeit soll zum einen fortgesetzt und verstetigt werden, zum anderen sollen größere Vorhaben, die sich aus den seit Mitte März 2019 vorliegenden Ergebnissen einer Bedarfserhebung ergeben, gemeinsam umgesetzt werden.
Die vorliegende Befragung hat ergeben, dass den Bürger*innen nicht bewusst zu sein scheint, dass sie selbst Veränderungen mitgestalten können und möglicherweise auch müssen, statt nur von der Kommune entsprechende Schritte zu erwarten und zu fordern. Um die Menschen partizipativ in Entscheidungen und konkrete Gestaltung und Umsetzung einzubeziehen, sollen weitere Beteiligungsmethoden und -angebote entwickelt werden, u.a. Fortführung der Stadtrundgänge, gezielte Ansprache beteiligungsferner Gruppen wie Migrant*innen und (nicht verbandlich organisierte) Senior*innen.
Im Blick sind dabei zur Realisierung eines attraktiven, Generationen übergreifenden Begegnungsortes die Gestaltung des Homann-Parks und/oder die Umgestaltung eines anderen öffentlich zugänglichen Raumes. Dazu gibt es bereits eine Reihe von Vorüberlegungen. Entsprechende Sondierungen müssen bereits im laufenden Projekt angestoßen werden. Die Entscheidungs- und Planungsprozesse werden im Folgeprojekt fortgesetzt und in der Ausführung münden.
Ergänzt werden die partizipativen Ansätze durch ein verlässliches Beratungsangebot in den Räumen der Katholischen Kirchengemeinde ("Clearingansatz") und das Projektbüro im Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ).
Parallel dazu soll ein Schwerpunkt der Arbeit in der Vorbereitung nachhaltiger Verankerung der Arbeit liegen. Dazu gehen wir offensiv in das Gespräch mit der lokalen Wirtschaft, der Politik und den in Dissen aktiven Stiftungen, um eine etablierte finanzielle Förderung anzustreben.
Die Stadt Dissen ist trotz ländlicher Lage stark industriell geprägt. Große Arbeitgeber der Lebensmittel- und Fleischindustrie führten über Jahrzehnte zur Ansiedlung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund - insbesondere aus Süd-/Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, die nun bereits in der 2./3. Generation dort leben. Zudem zeigt sich eine erhöhte Arbeitsmigration (Bulgaren, Rumänen, Ungarn) Herausforderungen durch den demographischen Wandel kombinieren sich mit Integrationsanstrengungen für eine heterogene Gruppe von Bürger/innen mit Migrationsgeschichte.
Durch "Dissen aktiv" wurden und werden insbesondere Senior*innen angesprochen, "Dissen in aller Vielfalt" setzt den Fokus auf Familien und Menschen mit Migrationsgeschichte. Die Resonanz zeigt, dass beide Gruppen bislang wenig Erfahrung mit und in der Beteiligung an öffentlichen Veränderungsprozessen haben - wohl aber Bedarfe erkennbar sind, die durchaus für beide Gruppen gelten (allgemein gesagt: Begegnungsräume und -Möglichkeiten schaffen). Oberstes Ziel ist es daher, Verbesserungen unter Einbezug der Betroffenen zu erreichen. Es braucht vor allem Zeit für eine Adressaten gerechte Ansprache, den Aufbau vertrauensvoller Strukturen und Anerkennung von Möglichkeiten und Grenzen.
Erfreulich ist die Akzeptanz und Wertschätzung der bisherigen Arbeit durch Bürger*innen, Verwaltung und Politik. Dies besonders vor dem Hintergrund einer gewissen Skepsis, die aus der Enttäuschung mit vorangegangenen, kurzlebigen Projekten hervorging.