Seit Gründung des Pädagogischen Mittagstisches „Satt & Schlau“ 2010, trägt die Ev.-luth. Kirchengemeinde Godshorn das Gütesiegel „Diakonische Gemeinde“. Als 2015 geflüchtete Menschen in Deutschland ankamen, wurden in ihren Räumen Deutschkurse, Beratung und Hilfe angeboten. Ein Begegnungscafé & ein interkulturelles Nähcafé entstanden, ein Netzwerk für Geflüchtete wurde mit der Kommune und anderen Akteuren im Quartier mit Treffpunkt Kirchengemeinde gegründet. Das hat die Gemeinde in den letzten 10 Jahren stark verändert hin auf dem Weg zur GWA. Menschen, die eher fern standen, fanden einen Weg in die Räume der Gemeinde & wurden aktiviert. Die Kirchengemeinde verfügt über ein großes Gemeindehaus mit zwei großen Sälen, eine Jugendscheune, Kirche und Kapelle. Seit dieser Zeit, nutzt der Kulturring Godshorn die Kirche für Veranstaltungen, wenn das Dorfgemeinschaftshaus nicht zur Verfügung steht. Im Rahmen der Initiative Gemeinwesendiakonie entwickelte die Gemeinde 2016 gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister, den Akteuren AWO, DRK, Schule, KiTas Kirchengemeinde und interessierten Bürger*innen, ein diakonisches GWA-Leitbild & mittels einer SWOT-Analyse die Überlegung, für eine gemeinsame GWA-Strategie für das Quartier mit der Kommune. Mit einem MGWZ soll die zukünftige GWA in den Räumen des Gemeindehauses verortet werden, das jetzt schon vielfältigen Akteuren als Treffpunkt dient. Gemeinsam mit ihnen wollen wir im Quartier GWA umsetzen. Die Entwicklung dieser Zusammenarbeit hin zu einem Gesamtnetzwerk sehen wir als Chance, die Weiterentwicklung der GWA auf der Ebene vor Ort voranzutreiben (Synergien). In der Förderperiode gilt es diese Netzwerke zu stärken und zu erweitern. Die GWA im Quartier im zukünftigen MGWZ kann zum Seismographen für Veränderungen und Bedarfe werden, gedacht als Vision einer Groß-Familie soll erst ausgebaut, dann verstetigt werden & weitere Ansätze zur Förderung der Integration und sozialen Teilhabe der z. Teil heterogenen Bevölkerung im Quartier erprobt werden. Das "Erfahrungswissen" soll genutzt werden um verstärkt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu erreichen und zu integrieren. Für die stärkere Entwicklung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit in der Quartiersentwicklung soll eine Kooperation mit der zukünftigen verwaltungsinternen Koordinierungsstelle GWA/Quartiersentwicklung aufgebaut werden, um die vielfältigen (Quartiers-) Entwicklungsprozesse in der Stadt Langenhagen zu begleiten und mit der gesamtstädtischen GWA zu vernetzen.
Das Quartier Langenhagen-Godshorn ( 6.560 Einw.) grenzt direkt an Hannover. Es liegt wie eine Insel zwischen den Autobahnen und zwei Industriegebieten, wo mehr als 15.000 Menschen arbeiten, aber kaum Menschen wohnen. Das größte Problem im Quartier aber ist der demografische Wandel. Godshorn wird zu einem Schlafstadtteil. Ehemals engagierte, ältere Dorfbewohner*innen im Quartier, werden weniger. Die Mitgliederzahlender Akteure im Quartier, wie AWO, Schützenverein & Kulturring sinken. Neu Hinzugezogene sind kaum für ein Engagement zu gewinnen. Neubau-Gebiete mit zunehmend heterogener Bevölkerung sind entstanden. 2015 wurde das Hallen-Freibad ohne Nachnutzungskonzept geschlossen. Dies ist ein entscheidender Quartiersnachteil. Banken verlassen den Ort. Geflüchtete wurden einquartiert und leben abgeschottet. Andererseits wird vermehrt gebaut und die Einwohnerzahlen steigen stetig. Die Corona-Pandemie hat zu weiterer Segregation und Vereinzelung geführt. Aufgrund dieser neuer gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es Angebote, die die Menschen zusammenführen, Gemeinschaft und Solidarität erleben lassen, ihre Bedarfe aufnehmen und einer gemeinsamen Strategie & mit der Kommune vernetzter Methoden, um diesem Problem zu begegnen. Um lokal im Quartier mit GWA arbeiten zu können braucht es niedrigschwellige, einladende und barrierefreien Räume als Treff- und Ausgangspunkt. Im Kirchengemeindehaus existieren bereits Strukturen, auch Angebote für Geflüchtete und Begegnungsmöglichkeiten. Diese gilt es für alle Bürger*innen zu öffnen und als Nachbarschaftstreffpunkt ein MGWZ & aus den Strukturen trad. kirchl. Arbeit in fachlicher & interdisziplinärer Kooperation GWA zu entwickeln.