Im Rahmen des Projektes wird ein Gemeinwesenstandort zum interessengesteuerten Netzwerk - GemeinwesenZentrum - in der Stadtmitte ausgebaut werden. Ziel ist dabei, eine Bürgerpartizipation als Element eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes im Rahmen der Innenstadtentwicklung/-planung nachhaltig zu etablieren.
Wir werden in diesem Projekt auf zwei Ebenen tätig sein:
1. Es werden Basisstrukturen zur Stärkung des Gemeinwesens im Quartier weiterentwickelt und fortgeschrieben. Ziel ist, die Bewohner*innen im Stadtzentrum zu aktivieren, Vorstellungen zur Gestaltung ihres Lebensraums zu entwickeln und diese zu vertreten. Im Zentrum dabei stehen der Wille und die Betroffenheit der Menschen oder Gruppierungen. Wir nutzen den etablierten Standort, die VHS, an der bereits unterschiedliche Initiativen, Gruppierungen, Vereine und Programme angesiedelt sind: Mit den dort vorhandenen Strukturen können wir effektiv ansetzen und in einem kreativen, ergebnisoffenen Prozess darauf hinwirken, die Bewohner*innen für die Mitgestaltung ihres Lebensraumes zu gewinnen und zu aktivieren, zielgruppenübergreifende Projekte mitzugestalten.
2. Die Vorstellungen, Bedarfe und Wünsche unterschiedlicher Bewohner*innengruppen werden ermittelt und die heterogenen Interessen und Meinungen erfasst. Die Kommunikationsprozesse der zahlreichen unterschiedlichen Akteure werden differenziert gestaltet, und die abgestimmten Ergebnisse anschließend in die entsprechenden Gremien der Verwaltung getragen. Somit können von den Bürger*innen formulierte Belange gleichberechtigt neben die Interessen von Wirtschaft, Handel und Gewerbe in städtische Planungsprozesse einfließen. Der integrierte Ansatz der städtischen Planungen wird weiter ausgebaut und ein verbindlicher Verfahrensweg zur Bürgerpartizipation festgeschrieben. Es ist bei diesem Vorhaben von besonderer Bedeutung und Voraussetzung für das Gelingen, dass der strukturelle Aufbau der GWA in der Stadt Emden bereits weit fortgeschritten und verstetigt ist, sodass in den vergangenen Jahren vielfältige Erfahrungen gemacht sowie Netzwerke aufgebaut werden konnten, sodass die intermediäre Aufgabe von GWA als Bindeglied zwischen der Lebenswelt im Stadtteil, Verwaltung, Institutionen und Unternehmen erfolgreich ansetzen und wirken kann.
Das Projekt ist im historischen Stadtkern Emdens angesiedelt, welches sich sozialräumlich durch hohen Leerstand, Gebäuden mit baulichen Mängeln sowie fehlende Nachbarschaftsnetzwerke und hohe soziale, demographische und migrationsbedingte Herausforderungen auszeichnet.
Bereits seit Jahren wird zur Förderung der Innenstadtentwicklung ein breit angelegtes Bündnis mit zahlreichen Konzepten und Maßnahmen vorangetrieben. In den bisherigen an Städtebaugesichtspunkten orientierten Programmen war der Fokus im Wesentlichen auf Stakeholder aus Wirtschaft und Kultur gerichtet und von entsprechenden Handlungserfordernissen geprägt. Die Gruppe der Bewohner*innen fand bisher kaum Berücksichtigung. Ihre Belange sind bisher nicht ausreichend formuliert und werden daher in den Planungen zur Innenstadtentwicklung kaum berücksichtigt.
Mit Blick auf die Entwicklung eines lebendigen Stadtkerns besteht die Notwendigkeit, die Interessen der Zivilgesellschaft mit einzubeziehen und das nachbarschaftliche Zusammenleben im Quartier zu fördern, zu verbessern und weiterzuentwickeln.
In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie GWA in Sinne des Community Organizing einen wirkungsvollen Beitrag zur Innenstadtentwicklung und zum integrierten Stadtentwicklungskonzept leisten kann?
Stadtentwicklungsplanung ist oftmals nicht transparent gestaltet und setzt zu spät an. Grundlegende Entscheidungen sind dann bereits gefallen.
Zukünftig soll zum einen der Informationsfluss zwischen allen Akteuren der Stadtentwicklungsplanung über GWA frühzeitig und transparent gestaltet und interne und externe Abstimmungsprozesse begleitet und koordiniert werden.