Mit dem Schaffen eines Mittagtisches werden wir die ältere Bevölkerung aus der Isolation
holen und mit dem Gemeindehaus Begegnungen schaffen. Alle Menschen sollen den
Mittagstisch nutzen können. Hier können neue Bekanntschaften geschlossen werden. Wir
werden das Mittagsangebot nutzen, um Bedürfnisse zu ermitteln. Hierzu möchten wir ganz
besonders die noch aktiven Senioren ermutigen, sich beim Kochen einzubringen und so einer
sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. Das Gefühl des „gebraucht werdens“ und ein aktiver
Teil eines Teams zu werden, ist Teil des Projekts. Darüber hinaus werden wir bei den
Geflüchteten intensiv nach Helfenden suchen.
Wir werden zu themenbezogenen Veranstaltungen Kleingruppen einladen und diese gezielt
nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen. Hierbei sollen die hiesigen Vereine und
Institutionen angesprochen werden. Im weiteren Verlauf werden wir dann
gruppenübergreifende Workshops und Mitmachaktionen vor Ort schaffen. Ein offenes
Konzept mit soziokulturellen Angeboten für alle Altersklassen soll zu einem regen Austausch
unterschiedlicher Menschen führen.
Das Augenmerk liegt immer darauf, möglichst viele unterschiedliche Menschen, auch
unterschiedlicher Nationen, für ein Projekt zu begeistern und sich selbst einzubringen.
Gemeinsam sollen Strukturen und eigene Ideen ausgearbeitet und gestaltet werden. Die
Angst vor Fremden soll genommen werden und eine Akzeptanz soll geschaffen werden. Die
Herausforderung der unterschiedlichen Werte und Erfahrungen soll angegangen werden. In
Hinblick auf einen zunehmenden Rechtsruck in Deutschland möchten wir eine Begegnungsstätte für alle Menschen schaffen und diese miteinander verbinden.
Wir wollen erreichen, dass die Menschen aus dem Ortsteil sich miteinander verbinden und
sich gegenseitig helfen. Eine Art Nachbarschaftshilfe soll entstehen. Begegnung und
Beteiligung aller trägt zum Gelingen des Miteinanderlebens bei. Der Quartierstreff soll ein Ort
sein, in dem sich Menschen, egal welcher Herkunft und welchen Alters, auf Augenhöhe begegnen.
Im Jahr 2024 sollte die ehemalige Kaserne im Ortsteil Altenwalde zu einem Ankunftszentrum
ertüchtigt werden. Zu diesem Zweck haben wir einen Antrag auf Förderung eines
Quartierstreffs an die LAG gestellt. Dieser ist im Juni 2023 bewilligt worden. Der Bau des
Ankunftszentrums wird sich allerdings zeitlich verzögern. Ein genaues Datum der Eröffnung
ist final nicht absehbar. Da sich die Ausgangslage drastisch geändert hat, möchten wir die
Zeit nutzen, einen Begegnungsort zu schaffen, in dem das interkulturelle Miteinander erlebt,
Vielfalt erlernt und gelebt werden kann.
Die Ankündigung auf ein zukünftiges AZ hat die Bevölkerung verunsichert, der Bau des AZ
stößt auf Ablehnung. Der Anteil der Geflüchteten im Ort wird mit dem AZ von 1% auf 15%
steigen. Da wir in die Planungen involviert sind, stellen wir fest, dass die Verwaltung im
Wesentlichen den Betrieb des AZs im Visier hat, nicht aber den Ortsteil und die Bevölkerung.
Mit der Errichtung des Quartierstreffs wollen wir Vorurteile nicht entstehen lassen bzw.
abbauen.
Besonders die älteren Menschen und junge Familien reagieren mit Angst und Vorbehalten.
Hier können wir die vorhandene Zeit für Befragungen in den unterschiedlichen
Bevölkerungsgruppen nutzen, um mit gezielten Angeboten die Menschen miteinander in
Verbindung zu bringen und Akzeptanz zu schaffen.
Wir merken, dass die Anwohner Begleitung im Umgang mit den veränderten
Lebenswirklichkeiten benötigen. Sie brauchen die Möglichkeit der Mitgestaltung und das
Gefühl des „ernst genommen“ werden.